Navigation

 
Wichtiger Hinweis:
Sie befinden sich im Archiv von euro|topics. Aktuelle Beiträge aus der europäischen Presseschau finden Sie unter www.eurotopics.net.

Wirtschaft

1-10 von 23 | Seite 1 . 2 . 3 . weiter  »

WIRTSCHAFT

The Irish Times - Irland | 20.01.2016

Konsumenten sollen nicht über Ölpreis jubeln

Das Überangebot an den weltweiten Rohölmärkten könnte noch bis mindestens Mitte 2016 anhalten, dies hat die Internationale Energie-Agentur am Dienstag erklärt. Der damit einhergehende Verfall des Ölpreises gefährdet die Umsetzung der Klimaziele, warnt die linksliberale Tageszeitung The Irish Times: "Auch wenn das aktuelle Überangebot von Öl die Konsumenten freut, ist es keine uneingeschränkt gute Nachricht. Die niedrigen Ölpreise machen es schwerer, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich die globale Führungselite gerade auf ein solches Ziel geeinigt hat. Energiesparmaßnahmen und die Entwicklung sauberer Alternativen zu fossilen Brennstoffen bieten finanziell nun weniger Anreize. Nichtsdestotrotz sollten Konsumenten die finanziellen Vorteile des billigen Öls nur als vorübergehenden Glücksfall verstehen, und nicht als einen Dauerzustand." (20.01.2016)

Savon Sanomat - Finnland | 20.01.2016

Mit Nord Stream 2 fällt EU Kiew in den Rücken

Innerhalb der EU ist ein Streit entbrannt um die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland, durch die noch einmal so viel Gas geliefert werden kann wie durch Nord Stream 1. Zuletzt kritisierte Polens Präsident Andrzej Duda die Pipeline als politisches Projekt. Die liberale Tageszeitung Savon Sanomat gibt ihm recht: "Im Nachhinein betrachtet sind sowohl Nord Stream 1 als auch die geplante Pipeline Nord Stream 2 zu einem großen Teil politische Projekte. Durch zwei neue, über 1200 Kilometer lange Leitungsstränge steigt die Transportkapazität so stark, dass Russland den Gastransport über die durch die Ukraine laufenden Pipelines einstellen kann. Den EU-Ländern kann man nun getrost vorwerfen, die Unterstützung der Ukraine und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht ernst zu nehmen. Die EU kann ein privates Projekt nicht verhindern, heißt es. Sollte sie es können? Vielleicht ja." (20.01.2016)

Wirtschaftsblatt - Österreich | 19.01.2016

Die EU sollte Refugee-Bonds ausgeben

Die Länder, die in der Flüchtlingskrise die Hauptlast tragen, belasten dadurch ihren Staatshaushalt, betont das wirtschaftsliberale Wirtschaftsblatt und schlägt deshalb die Einführung von "Refugee-Peace-Bonds" vor: "Mit Geld allein lassen [die Flüchtlingsströme] sich zwar eh kaum bewältigen, aber ohne geht es eben auch nicht. Angesichts der mangelnden Solidarität mit Ländern wie Deutschland oder Österreich drängt sich ... eine Lösung für die EU auf: Sie leiht sich einfach Geld von Privatinvestoren, die sowieso verzweifelt nach Anlage suchen. Für 30 Jahre müsste der Rettungsfonds ESM derzeit nur 1,6 Prozent Zins per anno bieten. Diese Lasten tragen aber nur die Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen. Natürlich dürfen sich auch die USA an der Finanzierung beteiligen - aber unverzinst und ohne Rückzahlung." (19.01.2016)

Rzeczpospolita - Polen | 19.01.2016

Warschau selbst schuld an schlechtem Rating

Die polnische Regierung wirft der US-Ratingagentur Standard & Poor's vor, die Herabstufung der Bonität Polens nur mit politischen Faktoren begründet zu haben, ohne die eigentlich guten ökonomischen Bedingungen des Landes zu berücksichtigen. Dem widerspricht Volkswirt Jan Czekaj in einem Gastbeitrag für die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Das politische Risiko und die Risiken, die sich aus dem politischen System ergeben, gehören zu den wichtigsten Kriterien für die Bewertung eines Investitionsstandortes durch eine Ratingagentur. Dass S&P die politische Lage berücksichtigt, ist kein besonderer Zufall, sondern entspricht der Norm bei solchen Bewertungen. ... Wenn wir wollen, dass man uns künftig wohlwollend behandelt, muss unsere Politik einfach vertrauenerweckend sein. Wir sollten uns weniger darauf konzentrieren, ständig zu betonen, dass die Ereignisse in Polen bewusst falsch wiedergegeben oder fehlerhaft interpretiert werden." (19.01.2016)

Äripäev - Estland | 18.01.2016

Ölschieferindustrie zukunftssicher machen

Die estnische Ölschieferfirma VKG hat am Freitag die Entlassung von 500 Angestellten bekanntgegeben und dies mit durch den niedrigen Ölpreis bedingten Problemen begründet. Die Wirtschaftszeitung Äripäev schlägt vor, die Rohstoffabgabe der Ölschieferindustrie an den Ölpreis zu koppeln, um die Branche zu entlasten: "Mit diesem Schritt würde der Staat den Unternehmen die Möglichkeit geben, in schweren Zeiten Kosten sparen zu können, ohne dass er darauf verzichten müsste, beim Anstieg des Ölpreises wieder mehr Einnahmen für die Staatskasse zu erhalten. Sieht man sich das Bruttosozialprodukt Estlands an, so ist der Beitrag von VKG beträchtlich, ganz zu schweigen von dem Einfluss, den das Unternehmen in [der Region] Ida-Virumaa hat. Deshalb muss es eine Lösung sowohl auf staatlicher als auch auf lokaler Ebene geben. In einer Zeit, in der der Rest der Welt auf alternative Energiequellen umsteigt, müsste auch Estland darüber nachdenken, wie die Ölschieferindustrie gewinnbringend aber gleichzeitig auch umweltfreundlicher fortentwickelt werden kann." (18.01.2016)

Newsweek Polska - Polen | 18.01.2016

Herabstufung durch S&P fatal für Polen

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Polens am Freitag herabgestuft. Die jüngsten Reformen hebelten die wechselseitige Kontrolle der staatlichen Institutionen aus, so die Begründung des Unternehmens. Das liberale Nachrichtenmagazin Newsweek Polska warnt Warschau davor, die Herabstufung auf die leichte Schulter zu nehmen: "[Standard & Poor's] waren damals die ersten, die sich [2011] getraut haben, die USA herabzusetzen. Und diese Bewertungen haben sie bis heute beibehalten. Und die [US-Notenbank] Fed sowie alle anderen haben auch damals zunächst nur gelacht. Ähnlich wie jetzt unser Finanzministerium sagt, dies sei ein Fehler gewesen. Doch nach einer gewissen Zeit dürften auch die anderen Agenturen nachziehen. Dieses niedrigere Rating der USA hat nach wie vor riesige Wirkungen auf ihre Wirtschaft. Die Verleugnung der Wirklichkeit hilft niemandem. Polen hat erstmals seit der Wiedereinführung der Demokratie das Vertrauen der Kapitalmärkte verloren." (18.01.2016)

Der Standard - Österreich | 15.01.2016

Katastrophales Krisenmanagement bei VW

Der Versuch von Volkswagen-Chef Matthias Müller, das durch den Abgasskandal angekratzte Image des Konzerns mit einer Reise in die USA wieder aufzupolieren, ging nach hinten los, kritisiert die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Mehrmals wurden den Behörden und den Kunden unausgegorene neue Lösungsvorschläge präsentiert, die allesamt zurückgewiesen wurden. Offenbar hat niemand Müller beraten, wie man auch in einer Krise nach außen hin sympathisch und souverän wirkt und im Hintergrund effektiv verhandelt. Nach Auffliegen der Affäre konnte VW noch auf eine teure, aber glimpfliche Beilegung der Krise hoffen. Unter dieser Führung ist die Zukunft des einstigen deutschen Vorzeigekonzerns allerdings düsterer denn je." (15.01.2016)

L'Echo - Belgien | 15.01.2016

EU ist das Traumland der Autolobby

Das Bekanntwerden eines Manipulationsverdachts beim französischen Autobauer Renault hat am Donnerstag die Aktienkurse sämtlicher Autohersteller in den Keller gerissen. Das Vertrauen in die Autoindustrie ist immer noch lädiert, analysiert die Wirtschaftszeitung L'Echo und fordert stärkere Anstrengungen von Politik und Autobauern: "In Europa soll ein im Oktober geschlossener Kompromiss vorerst erlauben, weiterhin Schadstoffe auszustoßen, und zwar doppelt so viel Stickoxid wie in den Höchstwerten festgelegt. Wir befinden uns somit fast in der Traumsituation der Lobbyisten. Entweder wird der Text blockiert und die Einführung der neuen Tests, die den Abstand zwischen den Labortests und denen unter realen Fahrbedingungen verringern sollen, wird erneut vertagt. Oder der Text wird angenommen und es wird weiter doppelt so viel Stickoxid freigesetzt werden dürfen, wie vorgesehen. Das ist eine surrealistische Situation, die den Bürger ein Stück weiter von den Autobauern und dem Vertrauen entfernt, das er ihnen entgegenbringen könnte." (15.01.2016)

Trends-Tendances - Belgien | 13.01.2016

VW-Chef lieber inkompetent als unehrlich

Der neue VW-Chef Matthias Müller hat am Montag in einem Interview mit dem US-Radiosender NPR auf die Frage, ob das Verhalten von VW im Abgasskandal ethisch korrekt war, mit Unverständnis reagiert. Das Wirtschaftsmagazin Trends-Tendances kann die Reaktion nachvollziehen: "In Europa haben wir die gleiche Art der Verteidigung beim Bankensektor beobachten können: Die früheren Bosse treten lieber inkompetent auf, anstatt das Risiko einzugehen, der Veruntreuung bezichtigt zu werden. … Man kann über [Müllers] Antwort schockiert sein oder sich daran erinnern, dass in den USA ein Damoklesschwert über VW hängt. Einige sprechen von Bußgeldern in Höhe von 20 Milliarden, andere sogar von bis zu 50 Milliarden. Angesichts der Summen, die auf dem Spiel stehen, leuchtet es ein, dass der Verständnisfehler und auf keinen Fall die Lüge die Verteidigungsstrategie des neuen VW-Chefs ist. So zumindest sind seine Verrenkungen vor den US-Medien zu verstehen. Sich schuldig bekennen: ja. Zugeben, dass man gelogen hat: nein." (13.01.2016)

Večernji list - Kroatien | 13.01.2016

Kroatien muss Geld aus Brüssel endlich ausgeben

Kroatien hat bisher lediglich 59 Prozent der für sie veranschlagten EU-Gelder aus dem Finanzplan 2007-2013 abgerufen. Damit bildet das jüngste Mitgliedsland das Schlusslicht der Union. Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage in Kroatien darf so etwas nicht passieren, schimpft die konservative Tageszeitung Večernji list: "Einer der Gründe für dieses schlechte Abschneiden liegt darin, dass sich die bisherigen Regierungen nicht auf die Arbeit mit den EU-Fonds konzentriert haben, sondern lieber ihre Kräfte in sinnlosen ideologischen Auseinandersetzungen verschwendet haben. ... Und in den kommenden Jahren wird es noch schlimmer, wenn wir mit 1,5 Milliarden Euro jährlich noch mehr Geld zur Verfügung haben werden. Geld ist genug da, nur niemand der es ausgeben kann. Die Brüsseler Geldtöpfe muss man vor allem mit Großprojekten angehen. Doch Kroatien hat insgesamt zu wenige Projekte und die Wenigen, die es auf den Weg gebracht hat, werden nur schleppend umgesetzt." (13.01.2016)


1-10 von 23 | Seite 1 . 2 . 3 . weiter  »

Weitere Inhalte