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Kultur

KULTUR

hvg - Ungarn | 13.01.2016

Golden Globe-Gewinn erregt dumme Ungarn

Der Film Sauls Sohn von Regisseur László Nemes hat als erster ungarischer Streifen am Montag den Golden Globe gewonnen. In Ungarn gab es jedoch Kritik daran, dass ausgerechnet ein Film mit dem Thema Holocaust gewann. Kommentator Árpád W. Tóta erregt sich in der linksliberalen Wochenzeitung hvg über die Dummheit seiner Mitbürger: "Der Film richtet sich ja im Grunde gegen euch. Denn was sonst ist die Lehre aus der Geschichte der vergangen 70 Jahre? Dass ein Land Menschen verschmäht, ausgerottet und vertrieben hat, die Ungarn hätten sein können, wenn man sie gelassen hätte. Der Film richtet sich gegen diejenigen, die noch immer glauben, dass dieser Weg [die ethnische Homogenität Ungarns] zu Erfolg und nationaler Größe führt. ... Mit dieser sturen und beschränkten Dummheit garantiert ihr, liebe Ungarn, dass ihr auch noch in tausend Jahren in Frustration verharren werdet. Aber nein, bis dahin werdet ihr schon ausgestorben sein." (13.01.2016)

Eesti Rahvusringhääling - Estland | 12.01.2016

David Bowie half uns beim Älterwerden

Der Musiker David Bowie ist am Sonntag im Alter von 69 Jahren gestorben. Die Psychologin Kätlin Konstabel beschreibt ihn auf dem Onlineportal des Estnischen Rundfunks Eesti Rahvusringhääling als Vorbild: "Ich habe mit diesen zwei Alben [Earthling, Outside] verstanden, dass dies die richtige Weise ist, älter zu werden - eine, bei der das Geburtsjahr lediglich eine Zahl im Pass ist. ... Esprit, geistige Frische und Experimentierlust - warum soll es die nur für Junge geben? Oder nur für die sogenannten Künstler? Und den Mut, dem Leben ins Auge zu blicken? ... Nein, nicht alle müssen schwer krank und kurz vor dem Tod noch ein Topalbum herausbringen - aber uns selbst, unser Leben und dessen Sinn sollten wir trotzdem von Zeit zu Zeit betrachten, unabhängig vom Alter oder Beruf. Den Mut haben, sich bewusst zu verändern. Nicht nur in der Musik, auch im Leben." (12.01.2016)

Berlingske - Dänemark | 05.01.2016

Museen dürfen Geschichte nicht weißwaschen

Das Rijksmuseum in Amsterdam hat Kunstwerke, in deren Titeln Begriffe wie "Neger", "Zwerg" oder "Indianer" vorkamen, umbenannt. Die liberal-konservative Tageszeitung Berlingske warnt vor Geschichtsklitterung: "Das Problem ist nicht, dass Abstand von Kränkungen als solchen genommen wird. Selbstverständlich nicht. Aber es ist ein Problem, wenn tatsächliche oder präsumtive Kränkungen nicht länger in ihrem historischen Zusammenhang gesehen werden, sondern zu absoluten Aussagen gemacht werden, die aus diesem Grund entschuldigt, unsichtbar gemacht und eliminiert werden sollen. Wenn man damit beginnt, verändert man die Geschichte rückwirkend. Wenn wir hinnehmen, dass auf diese Art und Weise mit Geschichte umgegangen wird, fangen wir an einer Gesellschaft zu gleichen, der wir sonst abgeneigt gegenüberstehen. Die Historie ist dann nicht länger Historie im Guten wie im Schlechten, sondern eine weiß gewaschene. Und das ist wirklich eine schlimme Geschichte." (05.01.2016)


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