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Le Courrier - Schweiz | Dienstag, 19. Januar 2016

Benito Perez warnt davor, sozialen Protest als Verbrechen zu ahnden

Acht ehemalige Mitarbeiter des Reifenherstellers Goodyear sind vergangene Woche zu neun Monaten Haft verurteilt wurden. Sie hatten im Januar 2014 in ihrem von der Schließung bedrohten Werk in Nordfrankreich zwei Führungskräfte 30 Stunden in Geiselhaft genommen. Eine beunruhigende Kriminalisierung von sozialen Protesten erkennt Benito Perez, Redakteur der christlich-sozialen Tageszeitung Le Courrier: "Diese Unterdrückung des sozialen Protests ist umso hinterhältiger, als dass sie sich auf eine gefährliche Illusion stützt: die einer Gesellschaft, in der nur Kriminelle Gewalt ausüben. Dabei ist Gewalt überall, potenziell in jeder sozialen Beziehung. Aufgabe der Gesellschaft ist es aber nicht, die Gewalt zu beseitigen, sondern die Gewalt zu beherrschen und sie zu kanalisieren. Soziale Auseinandersetzungen, Demonstrationen, Streikbewegungen, Belagerungen, Manifestationen - all diese Maßnahmen bringen auf mehr oder weniger symbolische und mehr oder weniger physische Weise Gewalt zum Ausdruck. Ein Machtverhältnis besteht auch zwischen Boss und Angestelltem, Vermieter und Mieter, Polizist und Systemgegner. Verfolgt man hier eine Nulltoleranz-Politik, führt dies in erster Linie zu einer Entwaffnung der Bürger - die ohnehin am kürzeren Hebel sitzen."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 19. Januar 2016

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