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24 Chasa - Bulgarien | Montag, 16. März 2015

An Bulgariens Brotregalen tun sich Abgründe auf

Am Selbstbedienungsstand in einem Supermarkt in Sofia greifen neun von zehn Menschen mit der bloßen Hand nach den frischen Brötchen, beobachtet der Schriftsteller Elin Rahnev und sieht darin eine treffende Metapher für den Zustand der bulgarischen Gesellschaft: "Eine Frau vor mit greift mit ihren bloßen Fingern in das Fach, tastet fünf, sechs Brötchen ab und geht weiter. Sie waren ihr wohl nicht warm genug. ... Schnaufend und hustend beugt sich ein Mann über die Croissants und ich denke nur an die armen Leute nach ihm und an die vielen Krankheiten, die sie sich einfangen können. Ich beobachte die Situation wie versteinert. Von zehn Menschen greift nur ein junges Mädchen zur Zange und ich denke mir: Das ist ein schlimmes Ergebnis. ... Wenn wir uns so verhalten, werden wir ewig auf der Stelle treten und darüber jammern, wie doof es in Bulgarien ist, wie der Staat nichts taugt und so weiter. Doch der Staat sind wir und solange wir mit unseren schmutzigen Fingernägeln im Brötchenkorb wühlen, ohne die geringste Rücksicht auf andere zu nehmen, haben wir nichts vom Staat zu erwarten."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 17. März 2015

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