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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 07.08.2013

 

TOP-THEMA

Amazon-Chef kauft Washington Post

Bezos bezahlt das 1877 gegründete Blatt aus eigener Tasche. (© picture-alliance/dpa)

 

Amazon-Gründer Jeff Bezos wird für 250 Millionen Dollar das seit Jahren unter Verlusten leidende US-Traditionsblatt Washington Post kaufen. Das teilten die Verleger am Montag überraschend mit. Nach Einschätzung von Kommentatoren kann der Online-Händler der Zeitung mit einer Digitalstrategie neuen Schwung verleihen. Andere fürchten, dass Journalismus zur Ramschware verkommt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland

Verlag wird zum Digitalkasino

Der Verkauf der Washington Post an Amazon-Chef Bezos ist für die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung ein ähnlich radikaler Einschnitt in die Medienlandschaft wie es der Springer-Deal in Deutschland war: "Der Springer-Konzern hat ... für 920 Millionen Euro Zeitungen und Magazine an die Funke-Gruppe verkauft. Nicht dass die Titel keine Bedeutung mehr hätten. Sie werfen nur nicht mehr genug Gewinn ab. So wird der Journalismus zur Ramschware und aus einem Verlag ein Digitalkasino. Der Springer-Verkauf war für die deutsche Zeitungslandschaft eine Zäsur, so wie es der Verkauf der 'Post' an Bezos für die amerikanische ist. Bei den weltweiten Konzentrationsbewegungen, welche die Online-Konzerne nun am Beispiel von Zeitungen exerzieren, muss man sich aber auch fragen, ob Lenin mit seiner Theorie des Staatsmonopolkapitalismus nicht doch recht behalten könnte: Die Welt wird bestimmt von einer Finanz-Daten-Online-Oligarchie, mit besten Verbindungen zum Geheimdienst. Wie es Jeff Bezos mit den 'Werten' der Washington Post hält, wird man bald sehen, wenn es um die Berichterstattung über Amazon geht." (07.08.2013)

De Morgen - Belgien

Neuer Schwung für die Washington Post

Der investigative Journalist Bob Woodward von der Washington Post hat die Übernahme des Traditionsblatts durch Amazon-Chef Jeff Bezos positiv bewertet. Der Kauf könnte ein Erfolgsmodell sein, meint auch die linksliberale Tageszeitung De Morgen: "Bezos kann nach Ansicht vieler den seriösen Journalismus in den USA retten: Er hat viel Geld, um teure Redaktionen zu bezahlen, und es sieht danach aus, dass er seine leistungsstarke Amazon-Maschine einsetzen wird, um der (digitalen) Washington Post wieder Schwung zu verleihen. Und - nicht unwichtig - er erkennt die Bedeutung der Zeitung für 'den Fortbestand der freien Gesellschaft' an. ... Auch die Tatsache, dass Bob Woodward und Carl Bernstein - die Enthüllungs-Journalisten der Washington Post, die für den Sturz Nixons sorgten - optimistisch sind, sagt viel aus. Nach Ansicht von Bernstein kombiniert der neue Chef die Trümpfe der Vergangenheit mit denen der Zukunft. Der Erfolgscode für künftigen Qualitätsjournalismus ist noch nicht entschlüsselt, aber dass das mit einem Mix aus neuer Technologie und der besten journalistischen Traditionen geschehen muss, liegt auf der Hand." (07.08.2013)

El Mundo - Spanien

Journalismus ist noch lange nicht tot

Der Kauf der Washington Post durch Amazon-Gründer Jeff Bezos verdeutlicht nach Ansicht der konservativen Tageszeitung El Mundo die Chancen für Traditionsverlage: "Die Tatsache, dass ein erfolgreicher Unternehmer aus der Internetbranche wie Jeff Bezos die legendäre Washington Post für 190 Millionen Euro kauft, belegt, dass der Journalismus nicht tot ist, wie viele behaupten. Hinter der Entscheidung von Bezos, der seit der Gründung von Amazon 1995 ein Vermögen von 18,9 Milliarden Euro angehäuft hat, verbergen sich zwei interessante Phänomene, die belegen, dass die Zukunft der Text-Medien nicht so düster aussieht. Einerseits wird auf ein neues digitales Geschäftsmodell gesetzt, das sich die lange Erfahrung im Online-Verkauf zunutze macht, um auf dem krisengebeutelten Pressemarkt erfolgreich zu konkurrieren. Andererseits wird der enorme Wert der Marke eines Mediums deutlich, das für Unabhängigkeit, Prinzipientreue und Recherche bekannt ist." (07.08.2013)

Le Télégramme - Frankreich

Zeitungen bleiben wichtig für die Demokratie

Auch in Zeiten von Internet und Online-Medien sind Qualitätszeitungen für die Demokratie unabdingbar, ist die Regionalzeitung Le Télégramme überzeugt: "Der Verkauf der Washington Post an Jeff Bezos hat Symbolcharakter. Die Krise hat das Geschäftsmodell der US-Presse zerstört, das weitgehend von Werbung abhängt (anders als in Frankreich), und nun übernehmen die Giganten der digitalen Welt die Kontrolle. Ob sie auf Papier, im Internet, auf Tablets oder im Fernsehen verbreitet werden, die je nach Medium unterschiedlich aufbereiteten Nachrichten müssen den Leser ausreichend interessieren, um den Kaufreflex auszulösen. Da sich die Illusion der Gratiskultur überlebt hat, kann nur eine dauerhafte Vertrauensbeziehung zwischen der Marke und ihrem Publikum das Überleben der Zeitungen sichern. Sie bleiben unabdingbar für die Demokratie, das gilt umso mehr im Multimedia-Zeitalter, in dem jeder alles und egal was schreibt." (07.08.2013)

POLITIK

Tages-Anzeiger - Schweiz

Westeuropa steht nach Roma-Morden in der Pflicht

Wegen einer Mordserie an Roma in den Jahren 2008 und 2009 sind am Dienstag in Budapest drei Rechtsextreme zu lebenslanger Haft verurteilt worden, ein Komplize zu 13 Jahren. Der Tages-Anzeiger fordert den Westen auf, Osteuropas Politiker stärker in die Pflicht zu nehmen: "Internationale Stiftungen, die EU und die Schweiz stecken viele Millionen in Projekte zur Integration der Roma im Osten Europas. Sie müssen dabei mit lokalen Machthabern zusammenarbeiten, und die finden immer einen Weg, Roma-Kinder vom neuen Kindergarten auszuschliessen oder die Wasserleitung an der Roma-Siedlung vorbeizubauen. Die Schweiz zahlt über 7 Millionen Franken für Wasserleitungen in [der nordungarischen Stadt] Ózd. Davon sollten Roma-Quartiere profitieren, die bis jetzt nur Brunnen hatten. So ein Projekt kann nicht erfolgreich sein, wenn die Grundvoraussetzung fehlt: Die politischen Eliten in Osteuropa werden nicht in die Pflicht genommen, gegen den Rassismus in den eigenen Reihen vorzugehen. ... Solange die Roma in ihren Heimatländern als Störfaktor und Problem gesehen werden, werden auch Hilfsgelder ihre Lage nicht verändern." (07.08.2013)

Il Sole 24 Ore - Italien

Westen schuld an Renaissance des Terrors

Die USA haben ihre Bürger im Jemen am Dienstag aufgefordert, das Land wegen der Gefahr von Terroranschlägen sofort zu verlassen. An der Renaissance des Terrors ist der Westen nicht unschuldig, denn er hat nichts für die Nachhaltigkeit des Arabischen Frühlings getan, klagt die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Obwohl Osama bin Laden und zahlreiche Anführer in Afghanistan und Pakistan getötet wurden, lebt al-Qaida immer wieder auf und scheint sich wie eine Metastase auszubreiten. ... Obwohl die USA blutige und zermürbende Kriege in Afghanistan und im Irak führten, Milliarden von Dollar in Drohnen und in Geheimdienstoperationen investierten, haben sie den Krieg gegen den Terror noch nicht gewonnen. Und zwar nicht aus Mangel an technologischer Effizienz, sondern weil die politische Antwort [des Westens] ausblieb oder aber zu spät kam, als auf das Ende der Diktaturen [in Folge des Arabischen Frühlings] nur Improvisation folgte." (07.08.2013)

T24 - Türkei

Kurden könnten über Nationalstaat streiten

Für Ende des Monats ist im nordirakischen Erbil eine Kurdenkonferenz mit Vertretern aus der Türkei, Iran, Irak und Syrien geplant - allen vier Staaten, in denen Kurden eine wichtige Minderheit sind. Auch Untergrundorganisationen wie die PKK wollen teilnehmen. Für die liberale Online-Zeitung T24 ein Wendepunkt in der kurdischen Geschichte: "Die Kurdenkonferenz ist ein Anfang. Es kann sein, dass es keine konkreten Ergebnisse geben wird. Dies ist sogar sehr wahrscheinlich. Es gibt aber keinen Zweifel, dass es ein sehr wichtiger Schritt ist, auf ein Ergebnis hinzuarbeiten. ... [Die irakischen Kurden] verfolgen das Ziel, einen kurdischen Nationalstaat zu gründen. Was wird die starke Fraktion um die [türkische Kurdenpartei] BDP und die PKK auf der Erbil-Konferenz vorschlagen? Noch vor ein paar Tagen hat BDP-Chef Demirtaş offiziell erklärt, die Idee eines Nationalstaats sei falsch. Das ist auch die Meinung von [PKK-Führer] Öcalan, die er seit Jahren wiederholt. Werden diese beiden Seiten sich in die Haare bekommen oder wird der Konflikt noch einmal vertagt?" (07.08.2013)

Telegraf - Lettland

Riga muss Hacker ausliefern - und verteidigen

Die lettische Regierung hat am Dienstag der Auslieferung ihres Staatsbürgers Denis Čalkovskis an die USA zugestimmt. Er ist einer von drei europäischen Hackern, die mit dem sogenannten Gozi-Virus weltweit Millionenschäden verursacht haben sollen und denen in New York der Prozess gemacht wird. Riga steckt damit in der Zwickmühle, meint Andrejs Savrejs in seinem Blog bei der russischsprachigen Zeitung Telegraf: "Einerseits sind die USA unser Freund und strategischer Partner. Auf der anderen Seite müssen wir alles teilen, auch einen Hacker. ... Ein Dieb muss ins Gefängnis. Aufgrund eines Hackerangriffs können Inhaber von Kreditkarten Millionen Dollar verlieren. Wenn er schuldig ist, verdient er eine Strafe. Die Frage ist nicht, wo er sie absitzen wird - in den USA oder zu Hause. ... Die Frage ist: Wird das unabhängige Lettland seinen Bürger verteidigen - auch wenn er dreimal schuldig ist? Für die lettische Politik ist das ein Unabhängigkeitstest." (07.08.2013)

REFLEXIONEN

Svobodata - Bulgarien

Ognjan Mintschew über Bulgariens schweren Weg zur Demokratie

Warum der Übergang zur Demokratie in Bulgarien weniger erfolgreich verlief als in anderen ehemaligen Ostblock-Ländern wie Ungarn, Polen und Tschechien, analysiert der Politikwissenschaftler Ognjan Mintschew im Meinungsportal Svobodata: "Der Erfolg der Transformation in Zentraleuropa lag vor allem daran, dass der Wandel von demokratischen Emanzipations- und Unabhängigkeitsbewegungen eingeleitet wurde. Sie haben den Kommunismus deutlich als repressives System gebrandmarkt, das durch seine barbarische Herrschaft die Würde der Nation verletzt hat. So waren Vision und Zukunftsstrategie der zentraleuropäischen Transformation wesentlich von patriotischem Gedankengut beeinflusst. ... Die Demokratiebewegung in Bulgarien war keine Emanzipationsbewegung. ... Sie entstand auf die Schnelle als liberale Doktrin, die sich legitimierte, indem sie kosmopolitische Argumente anführte und Erfahrungen aus anderen demokratischen Ländern in ihr eigenes Wertesystem übernahm. In den 1990er Jahren berief sich Bulgariens entstehende Demokratiebewegung ganz auf die Werte des vereinten demokratischen Europas, was dazu führte, dass ihre eigenen Positionen zu abstrakt geblieben sind." (07.08.2013)

Contributors - Rumänien

Valentin Naumescu über die Sorgenfalten der europäischen Bürger

In den wohlhabenden ebenso wie in den ärmeren europäischen Ländern bekommt es die Mittelschicht mit der Angst zu tun, was auch den Ausgang der Europawahlen im Mai 2014 beeinflussen wird, prophezeit Politikwissenschaftler Valentin Naumescu auf dem Blogportal Contributors: "Die Bürger in den reichen Ländern fürchten um die Vorteile, die sie bislang genossen, und diejenigen aus den weniger leistungsstarken Ländern machen sich Sorgen, weil sie das Niveau der anderen nicht erreichen können. ... Nicht zufällig ist die EU-Verfassung 2005 in Frankreich und den Niederlanden gescheitert - in Ländern, in denen die Mittelschicht spürt, dass sie Wohlstand einbüßt, und in denen populistische, nationalistische und Anti-Einwanderungsparteien entstehen. ... In Ländern, die wirtschaftlich weniger gut dastehen, wächst ein Populismus, der sich gegen das System richtet, entsteht eine allgemeine Revolte gegen das korrupte politische Establishment, wächst die Verzweiflung angesichts von Arbeitslosigkeit und Armut. ... Nur durch eine effiziente Unionsregierung in Brüssel wird das Interesse der 28 Länder, zusammenzubleiben, stärker sein als die Versuchung, wieder in die alten und illusorischen Imperien zu zerfallen." (07.08.2013)

WIRTSCHAFT

Imerisia - Griechenland

Athens Kampf gegen Steuerflucht wird sich lohnen

Das griechische Finanzministerium will laut Medienberichten in den kommenden Monaten 4000 Steuerfahnder zur Bekämpfung der Steuerflucht einsetzen. Das ist ein lohnendes Unterfangen, auch wenn es durch die Mentalität der Griechen erschwert wird, lobt die Wirtschaftszeitung Imerisia: "Steuerhinterziehung ist weit verbreitet und eine wichtige Rolle spielen dabei die fehlende Einsicht und die weit verbreitete Einstellung, dass der, der die Zahlung von Steuern vermeidet, Lob verdient. ... Mit dem nötigen Willen und dem entsprechenden Programm wird der Versuch jedoch sehr gute Ergebnisse bringen. Diese Möglichkeit, die Staatseinnahmen zu erhöhen, ist noch nicht ausgeschöpft. Und wenn der Versuch erfolgreich ist, wird er als Katalysator wirken und Auswirkungen auf die Psychologie aller Bürger haben. Nach und nach wird sich ein Gerechtigkeitsgefühl durchzusetzen und dann auch die Möglichkeit geben, die Belastungen abzubauen, mit denen immer dieselben Steuerzahler, nämlich die Arbeitnehmer und Rentner, konfrontiert sind." (06.08.2013)

Polityka Online - Polen

Polens Banken nicht ruinieren

Ungarn will bis Ende September ein Gesetz vorlegen, wonach Fremdwährungskredite zu einem günstigen Kurs in Forinth-Darlehen umgewandelt werden müssen. Damit sollen - nach dem Beispiel von Spanien und Kroatien - private Kreditnehmer entlastet werden, die aufgrund ungünstiger Wechselkurse in den vergangenen Jahren in einer Schuldenspirale stecken. Polen darf diesen Ländern auf keinen Fall nacheifern, warnt das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online: "Dies würde für unseren Markt erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ein Teil der Banken würde spürbare Verlust erleiden - und zwar besonders diejenigen, die viele Kredite in Franken gewährt haben. Dies könnte bei einigen Instituten sogar die finanzielle Stabilität bedrohen. Die ausländischen Banken würden Polen mit Sicherheit auf ihre schwarze Liste setzen - neben Ungarn. ... Dies ist zwar derzeit nur Theorie, doch dürfte das Thema während der Kampagne für die Parlamentswahlen 2015 bestimmt wiederkehren. Das hat die Opposition schon signalisiert. Einen Katalog möglicher Konzepte braucht man sich ja gar nicht auszudenken, weil Budapest diese Vorarbeit schon gemacht hat." (07.08.2013)

GESELLSCHAFT

Politiken - Dänemark

Katar soll keine Moschee in Dänemark finanzieren

Im Kopenhagenener Stadtteil Nørrebro wird im kommenden Jahr Dänemarks erste Moschee mit Minarett eröffnet. Das ist schön - bedauerlich nur, dass das Gotteshaus vom wahabitisch-fundamentalistisch geprägten Katar finanziert wurde, meint eine Woche vor dem Richtfest die sozialliberale Tageszeitung Politiken: "Leider zeichnet sich in Dänemark (wie überall in Europa) ein Muster ab, dass Moscheen von zweifelhaften Ländern finanziert werden, wie etwa vom schiitischen Iran, vom wahabitischen Saudi-Arabien oder eben von Katar. Die dänischen Muslime sollten sich unabhängig von ihrer Glaubensrichtung bewusst sein, dass es entscheidend für ihre Glaubwürdigkeit und ihre Integration in die dänische Gesellschaft ist, dass sie in der Lage sind, Geld zu sammeln und wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Im Gegenzug sollte die dänische Gesellschaft, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich, mit allem wirtschaftlichen und gesetzlichen Wohlwollen helfen, um die Bettelei im Ausland überflüssig zu machen. Die Moschee in Nørrebro ist willkommen. Katar ist es nicht." (07.08.2013)

The Malta Independent - Malta

Malta muss Bootsflüchtlingen helfen

Malta hat am Montag einen Frachter mit 102 Bootsflüchtlingen aus Afrika an Bord abgewiesen und dafür heftige Kritik von der EU-Kommission eingesteckt, die Valetta vorwarf, internationale Gesetze zu verletzen. Malta muss sich dem Problem der Bootsflüchtlinge stellen, fordert die liberal-konservative Tageszeitung Malta Independent: "Politiker und das gesamte Land müssen sich der Tatsache stellen, dass der Zustrom an Flüchtlingen vermutlich nicht abnehmen wird. Er wird schwanken, wie immer in den vergangenen elf Jahren. Angesichts des Zustands der Weltwirtschaft und angesichts der Auswirkungen des Klimawandels ist er wahrscheinlich nicht zu stoppen. Darauf muss sich Malta einstellen und lernen, damit umzugehen. Und vielleicht noch wichtiger ist es, dass das Land akzeptiert, dass sich eine ziemlich große Zahl von Asylbewerbern in Malta niederlassen und ein integraler Teil der Gesellschaft werden wird." (07.08.2013)

SPORT

De Volkskrant - Niederlande

Doping sollte legalisiert werden

Eine Studie über Dopingpraktiken im damaligen Westdeutschland hält die deutsche Sportwelt in Atem. Auszüge veröffentlichte das Bundesinstitut für Sportwissenschaft am Montag auf seiner Homepage. Die Empörung über die Enthüllungen ist scheinheilig, kritisiert die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant und plädiert für die Legalisierung von Doping: "Immer höher, immer schneller, immer weiter - darum geht es in unserer kommerziellen Kultur, die stets den ultimativen Kick sucht. ... Menschen benutzen alle möglichen Hilfsmittel, um bestmöglich zu funktionieren. ... Mittel zu schlucken, die den Blutdruck oder den Cholesterinspiegel senken, finden wir klug. Denn dies verringert das Risiko, dass jemand krank wird. Wir verstehen, dass Musiker vor einem Auftritt Betablocker einnehmen, um ihre Nerven zu beruhigen. Aber wir verurteilen Sportler, die Doping benutzen, um einen Wettkampf zu gewinnen. Wo liegt hier der prinzipielle Unterschied? Sowohl Musiker als auch Sportler benutzen Hilfsmittel, um das Beste aus sich rauszuholen. Das ist genau das, was wir von ihnen erwarten. Das müssen wir nicht verbieten, sondern in einem kontrollierten Rahmen erlauben." (07.08.2013)

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