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Irland: Hohe Medienkonzentration


Die krisenbedingte Konzentration irischer Medien ruft sogar Politiker auf den Plan. Der irische Kommunikationsminister Alex White stellte im Dezember 2014 neue Richtlinien zur Bekämpfung der fortschreitenden Medienmonopolisierung vor. Bereits etablierte Vormachtstellungen werden damit aber nicht in Frage gestellt, sagen Kritiker.

Irlands älteste Zeitung.
(© picture-alliance/dpa)


Die Independent News and Media Group etwa hält allein bereits 40 Prozent des Markts für Tages- und Sonntagszeitungen. Die Finanzkrise, die Irland besonders hart traf, führte zu einer noch stärkeren Konzentration. Laut einer Studie der irischen Zeitungsverleger lesen dennoch immer noch vier von fünf Iren regelmäßig Zeitung.

Mit einer täglichen Auflage von 112.000 Exemplaren behauptet sich nach wie vor die konservative Tageszeitung The Irish Independent als Marktführer. Die älteste Zeitung des Landes ist die 1859 gegründete liberale The Irish Times, die 1999 als eine der ersten Blätter die zunehmende Bedeutung des Internets erkannte und beim Ausbau ihres Onlineangebots eine internationale Vorreiterrolle einnahm. Wirtschaftsorientierte Nachrichtenportale, wie beispielsweise Businessworld.ie und thejournal.ie, sind ebenfalls zunehmend erfolgreich. Rund 78 Prozent der irischen Bevölkerung nutzen das Internet und die Leserschaft von Online-Nachrichtenportalen hat sich im Jahr 2013 um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Gälische Publikationen sind die Ausnahme und werden meist staatlich subventioniert, um den Erhalt der irischen Landessprache zu fördern, die nur noch von 40 Prozent der Bevölkerung beherrscht wird. Das öffentlich-rechtlich Fernsehen TG4 und sechs Radiostationen senden ausschließlich auf Gälisch. Im Dezember 2008 wurde jedoch die letzte gälischsprachige Tageszeitung, Lá Nua, eingestellt.

Dem angelsächsischen Vorbild des liberalen Medienmodells folgend, haben politische Parteien in Irland kaum Einfluss auf die Presse. Traditionell stehen kommerzielle Interessen im Vordergrund. Sowohl in der Republik Irland als auch in Nordirland sind britische Medien weit verbreitet, die ihren Inhalt geringfügig einem irischen Publikum anpassen.

Der 30 Jahre währende Nordirlandkonflikt zwischen unionistischen Protestanten und separatistischen Katholiken sorgte zeitweise für Einschränkungen der Pressefreiheit, von denen besonders die Republik Irland betroffen war. Seit der Konflikt mit dem Karfreitagsabkommen 1998 beigelegt wurde, ist die Pressefreiheit garantiert.

Ranglisten der Pressefreiheit:

Reporter ohne Grenzen: Platz 11 (2015)
Freedom House: Platz 15 (2014)

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