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Corriere del Ticino - Schweiz | Montag, 2. März 2009

Fall Englaro abschließen

Die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino kritisiert das Gericht im norditalienischen Udine, das gegen den Vater der verstorbenen Komapatientin Eluana Englaro wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt: "Die Entscheidung ist weder unter dem Gesichtspunkt des gesunden Menschenverstandes noch dem der christlichen Barmherzigkeit vertretbar. Die Episode ist ein weiterer Beleg dafür, wie die Strafverfolgungspflicht, die der Richterschaft vorschreibt einzugreifen, sobald der Verdacht auf eine Straftat besteht, der Staatsanwaltschaft ein Übermaß an Ermessensspielraum verleiht, in dessen Schutz sie am Ende Politik betreiben kann. ... Die Rechtssprechung [in Italien] steht häufiger im Dienst der Politik als in dem des Rechts. Im Fall von Eluana Englaro handelte es sich um eine der vielen Episoden, in der Gesetzgebung und Justiz miteinander vermischt wurden, ... und die charakteristisch für Italien sind. ... Es hätte genügt, den Fall abzuschließen, um eine hässliche Seite der Geschichte eines Italiens zu beenden, das unter moralischen, politischen und rechtlichen Gesichtspunkten immer weniger fähig erscheint, ein präsentables Land zu werden."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 2. März 2009

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