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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 23. Januar 2006

Intellektuelle und Fußball

Die Zeitung berichtet von einem Symposium in Berlin, bei dem sich 12 Schriftsteller über Fußball unterhielten, und stellt dem Bericht eine Polemik Thomas Steinfelds zur Seite: "Und wenn es ganz weit hinaufgeht in die Höhen der begeisterten Anhängerschaft, dann wird es heißen, der Fußball sei ein narratives perpetuum mobile der Gesellschaft, an dem teilzuhaben, das zu erfassen und darzustellen die Aufgabe eines sozial aufmerksamen schreibenden Intellektuellen zu sein habe. Das mag alles sein, und es stimmt vermutlich auch, dass sich so ziemlich alle Weltprobleme an Beispielen aus dem Fußball illustrieren lassen, bis hin zum modernen Söldnerwesen und zur Globalisierung. Ja, so mag es sein. Und doch geht dieser theoretisch aufgeladene Enthusiasmus an der Sache vorbei: daran nämlich, dass König Fußball ein absolutistischer Herrscher ist, der zwar aufgeklärt, gebildet und klug sein kann - und doch ein absolutistischer Herrscher bleibt, einer, der keinen Widerspruch duldet, einer, der keine Kritik erlaubt, einer, der bedingungslose Affirmation fordert und auf ritualisiertem Dazugehören besteht. Und die Intellektuellen machen mit. Besonders freuen sie sich, wenn sie offiziell mitmachen dürfen."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 23. Januar 2006

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