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Zagrebelsky, Gustavo


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 17.07.2009

Gustavo Zagrebelsky über Moral und Wahrheit in der Politik

Angesichts der Skandale des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi reflektiert der Verfassungsrichter Gustavo Zagrebelsky in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica über Moralvorstellungen in der Politik: "Lüge und Heuchelei bis zur Schizophrenie sind immer schon die Gefährten der Macht gewesen. Diese realistische Feststellung kann die Debatte nur für Nihilisten beenden, die an eine ewige, nackte Macht glauben, die sich von mal zu mal in anderem äußeren Gewand zeigt, aber immer nur, um die unabänderliche grauenhafte Realität zu verdecken. Für die anderen, die glauben, dass es verschiedene mögliche Formen gibt, die politischen Beziehungen zu konzipieren und zu lenken, bleiben Wahrheit und Lüge, Moral und Heuchelei Dilemmata, zu denen man Stellung beziehen kann und muss. ... Dass die Unmoral die Wahrheit fürchtet, ist offenkundig und natürlich. Das Beharren auf die Verweigerung der Wahrheit und auf ihre Zugänglichkeit für alle in einer öffentlichen Debatte ... ist der Beweis, dass dies eine Materie der politischen Ethik und nicht nur eine von privater Moral ist: Es ist eine Frage, die alle angeht, nicht nur Familienangehörige, Freunde und Kunden."

La Repubblica - Italien | 23.04.2009

Gustavo Zagrebelsky über Worte in der Demokratie

Anlässlich der Turiner Biennale zur Demokratie reflektiert der italienische Jurist und Verfassungsrichter Gustavo Zagrebelsky über die Bedeutung der Worte im demokratischen Prozess: "Die Demokratie ist ein System des freien Austauschs von Meinungen und Überzeugungen im gegenseitigen Respekt. Das Instrument dieses Austauschs sind die Worte. ... Deshalb bedarf das Wort … einer besonderen Pflege im doppelten Sinn: sowohl quantitativ als auch qualitativ. … Eine der größten Gefahren für die Worte in der Demokratie besteht in einem hypnotischen Sprachgebrauch. Ein solcher verführt die Massen, setzt Gewalt frei und wiegelt sie gegen Dinge auf, die leicht als irrational vorgeführt werden könnten, hätten die Demagogen sie nicht unter dem Schwall rhetorischer Worte verhüllt. Die Worte müssen den Begriff respektieren, sie dürfen ihn nicht verfälschen. Sonst wird der Dialog zum Betrug. … Das beginnt schon mit dem Wort 'Politik'. Politik leitet sich von 'polis' und 'politeia' ab, zwei Begriffen, die Gemeinschaft und Zusammenleben bedeuten. … Aber heute sprechen wir normalerweise von einer Politik des Krieges, der Rassentrennung, der Expansion der Staaten oder des Kolonialismus. ... Die berühmte Definition [des deutschen Staatsrechtlers und Philosophen] Carl Schmitt, der Politik als Freund-Feind Beziehung, als Beziehung der Unterdrückung, der absoluten Unvereinbarkeit der Gegenseiten ansah, ist vielleicht das repräsentativste Beispiel für diesen Missbrauch der Worte."

La Repubblica - Italien | 13.11.2007

Gustavo Zagrebelsky über die Idee des Fremden

Der italienische Jurist Gustavo Zagrebelsky analysiert die Vorstellung des Fremden in der westlichen Gesellschaft: "Wenn die sozialen Beziehungen vollkommen ausgeglichen wären, würden solche Worte wie 'Fremder' und seine aktuellen Entsprechungen (Migrant, Immigrant, Nicht-EU-Bürger) und Deklinationen (maghrebinisch, islamisch, chinesisch, zu den Roma gehörend...) neutrale Begriffe ohne diskriminatorische Bedeutung sein... In älteren Gesellschaften war der Fremde ein erklärter Feind, den man bekämpfen oder sogar töten durfte. Die Menschheit lebte in der Vorstellung, dass sie in einzelne Gemeinschaften unterteilt sei, die naturgemäß miteinander verfeindet wären. Der Fremde wurde folglich als Feind behandelt... Inzwischen hat die Idee einer internationalen Rechtsgemeinschaft ihren Siegeszug um die Welt angetreten, die internationalen Konventionen und Erklärungen häufen sich... Heutzutage ist die Unterscheidung zwischen Legalität und Illegalität das Problem."

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