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Schilling, Árpád


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Komment - Ungarn | 04.05.2010

Ungarns Theater muss wieder Spiegel sein

Über die heutige Rolle des Theaters in Ungarn macht sich der Theaterregisseur Árpád Schilling auf der Meinungsseite Komment.hu Gedanken: "Die Theaterwelt (darunter verstehe ich die Theaterdirektoren, Regisseure, Kritiker und vielleicht auch die Schauspieler) ... hat sich ein großes Versäumnis zuschulden kommen lassen. Wir haben vergessen, den gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen 20 Jahre auf den Zahn zu fühlen. Deshalb hinken wir unserer Zeit hinterher. ... Wir haben versäumt, das Theater als Spiegel zu benutzen. Das Theater ist ein Forum. ... Ein Ort, wo - im Idealfall - die Zuschauer als repräsentatives Muster der Gesellschaft am Sezieren jener Probleme beteiligt sind, die ihr Leben unmittelbar berühren. ... Wenn das Theater ein Forum ist, so konfrontiert es uns mit ... unserer gemeinschaftlichen Existenz. Das Theater ist im Leben der Menschen deshalb so wichtig geworden, weil es die Probleme der Gemeinschaft unverblümt thematisiert hat. Das heißt, es hat nicht verschleiert und verzerrt. ... Dorthin müssen wir wieder zurückkehren."

Élet és Irodalom - Ungarn | 31.12.2006

Árpád Schilling über Ungarn als Tiefseefische

Der junge Theatermacher Árpád Schilling denkt über seine Identität als Osteuropäer nach: "Früher habe ich mich nicht als Osteuropäer definiert. Ich dachte, die Menschen sind überall grundsätzlich ähnlich: zwischen einem jungen Künstler in den USA und mir sei der wichtigste Unterschied, dass er Englisch und ich Ungarisch spreche. Das stimmt natürlich nicht, und diese Erkenntnis war wie eine Erleuchtung... Ich musste ein Jahr lang in Frankreich leben, um zu begreifen, dass ich ein Osteuropäer bin. Meine besten Freunde waren Argentinier und Brasilianer, denen es mit der Sozialisation in Frankreich ähnlich erging wie mir. Seitdem wird eine Art osteuropäisches Bewusstsein in mir immer stärker: Es ist gut, hier geboren zu sein. Bei uns gibt es immer einen Wehmutstropfen, wir haben immer mit einem großen, undurchschaubaren Haufen von Problemen zu kämpfen. Das gibt uns das Gefühl, zu Hause zu sein. Die Tiefseefische sterben, wenn sie im Meer höher schwimmen, als ihnen erlaubt ist. Sie brauchen den Druck der Tiefsee, um leben zu können. Genauso ist es, aus Ungarn zu kommen."

Magyar Hírlap - Ungarn | 06.04.2006

Arpad Schilling über das politische Theater

Der junge Theatermacher Arpad Schilling macht sich Gedanken über das politische Theater in der Demokratie: "Vor 1989 war die Lage einfach: Theater kritisierte entweder die bestehende Ordnung, oder war Unterhaltung. Der auf der Bühne zum Ausdruck gebrachte Widerstand fand natürlich Anklang, denn er richtete sich gegen eine bestimmte Macht, deren Opfer sie alle waren: die Schauspieler und das Publikum... Die Theater waren voll, weil mit dem Herzen gespielt wurde. Draußen lauerte der Feind. Es war ein gemeinsamer Kampf, ein gemeinsames Theatererlebnis... Heute haben wir keinen gemeinsamen Feind mehr. Wir sind uns selbst Feind. Politiker erzählen uns, es gebe Bruchlinien, verschiedene Absichten, Feindbilder. Doch zwei Jahre nach dem EU-Beitritt ahnt jeder vernünftige Mensch, dass es in Grundsatzfragen keine Alternativen gibt. Die Frage ist nur, mit welcher Demagogie man gerade an die Macht kommt."

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