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Niedermüller, Péter

ungarischer Ethnograph und Essayist


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Galamus - Ungarn | 25.01.2011

Péter Niedermüller über Europas zweitrangige Kultur

Europa hat seine kulturelle Vormachtstellung, die es über Jahrhunderte verteidigte, inzwischen eindeutig verloren, meint der Kulturanthropologe Péter Niedermüller auf dem linken Meinungsportal Galamus: "Bereits im 18. Jahrhundert ist in geschichts- und gesellschaftsphilosophischer Hinsicht der Gedanke einer Hierarchie zwischen den Völkern und Zivilisationen formuliert worden. Es manifestierte sich damals die Überzeugung, dass die Unterschiede zwischen den Völkern und Kulturen Werte- und Entwicklungsdifferenzen widerspiegeln. Diese Philosophie führte ... zu einem Denken und zu einer Weltanschauung, in deren Zentrum ein Europa beziehungsweise eine europäische Kultur stand, die sich von anderen Kulturen scharf abgrenzte. Diese Denkweise, der Eurozentrismus, ... beanspruchte einen universalen Charakter für sich. ... Europa, oder anders: die 'westliche Kultur' hat in Wirklichkeit nie verstanden und akzeptiert, dass es in der Welt auch andere Kulturen und Formen der Modernisierung gibt. ... Die historischen Ereignisse und soziokulturellen Prozesse in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten haben diese hegemoniale Haltung in Frage gestellt. Europa hat nicht nur wirtschaftlich seine führende Rolle verloren, sondern ist auch in kultureller Hinsicht in den Hintergrund gedrängt worden."

Galamus - Ungarn | 10.08.2010

Ungarns neuer Präsident ist von Orbáns Gnaden

Der rechts-konservative Politiker Pál Schmitt ist am Freitag als neuer ungarischer Präsident vereidigt worden. Um im heutigen Ungarn politisch Erfolg zu haben, braucht man keine Fachkenntnisse mehr, meint Péter Niedermüller auf dem linksliberalen Meinungsportal Galamus: "Wir wissen eigentlich alle, anhand welcher persönlichen Attribute Schmitt zum obersten Repräsentanten Ungarns und zum Hüter der ungarischen Demokratie aufgestiegen ist: Olympiasieger (Fechten), amüsanter Gesprächspartner, guter Klavierspieler, spricht mehrere Sprachen, und obendrein ist er ja auch ein 'fescher Mann' - sagt meine ältere Nachbarin. Abgesehen vom Olympiatitel hat der neue Staatschef Wesenszüge, die unzählige andere Menschen in Ungarn auch haben, sprich in diesem Land kann es wirklich jeder zu etwas bringen. Fachwissen, Expertise und Erfahrung sind passé. ... Wer im heutigen Ungarn politische Karriere machen will, muss zwei grundlegende Voraussetzungen erfüllen: Er muss Mitglied der rechts-konservativen Regierungspartei Fidesz ... und bis zur Selbstverleugnung loyal zu Regierungschef Viktor Orbán sein."

Élet és Irodalom - Ungarn | 17.02.2006

Karikaturenstreit

Der Streit um die Karikaturen sei kein "Kampf der Kulturen", sondern ein Streit zwischen Menschen, die vor ihrer Armut in religiösen Fundamentalismus fliehen, und den wesentlich reicheren Europäern, die um ihren Wohlstand bangen, meint der Essayist Peter Niedermüller. Keine der Seiten sei imstande, sich ein differenziertes Bild über die Kultur und Religion der anderen zu machen: "Der 'Kampf der Kulturen' ist für viele eine ideale Erklärung, die grundsätzliche Konflikte der sich stets wandelnden Welt extrem vereinfacht. Die Lehre des Karikaturenstreites lautet - wenn es eine gibt -, dass die Zeit der einfachen Wahrheiten vorbei ist. Denken in 'Blöcken' und Stereotypen, kultureller Essentialismus, Mangel an Differenziertheit und an Abstand bieten keine Lösung und führen nur zu immer aggressiveren Auseinandersetzungen." In einer hochkomplexen, für immer mehr Menschen undurchschaubaren Welt sei die "Ideologie der Anti-Modernität" immer attraktiver: "Sie bietet einen Ausweg aus der ontologischen Verunsicherung, indem sie die Existenz langfristiger, sogar ewig bestehender Werte behauptet und verschiedene Kulturen und Religionen für homogene und zeitlose Systeme hält."

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