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Galli della Loggia, Ernesto


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Corriere della Sera - Italien | 05.08.2010

Regierung muss alle einschließen

Auch nach dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen den Justizstaatssekretär Giacomo Caliendo wird es wohl keine Neuwahlen geben, vermutet die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera, da keine der Parteien ein echtes Interesse an einem Urnengang hat: "Nach Berlusconi und ohne ihn bleibt ... keine wirkliche Unterscheidung erhalten, keine an eine Vergangenheit gebundene Zugehörigkeit, keine solide politische Identität, keine echte Bindung an soziale Bezugspunkte. Ohne Berlusconi gibt es in Italien keine Parteien. Es gibt nur noch das Nichts und es bleibt allein ein großer parlamentarischer Sumpf. Deshalb kann man sich nur eine Regierung vorstellen, die wie heute alle oder fast alle einschließt. So kehrt die italienische Gesellschaft zu einer ihrer Haupteigenschaften aus normalen Zeiten zurück. Die Neigung, ein parlamentarisches System herzustellen, in dem die Tendenz zur Vermischung weit stärker ist als die Spaltung in klar einander entgegen gesetzte Teile."

Corriere della Sera - Italien | 26.04.2010

Katholische Kirche bleibt westlich geprägt

Papst Benedikt XVI. hat im Fall des belgischen Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe, das erste Rücktrittsgesuchs eines Bischofs angenommen, das offiziell mit Kindesmissbrauch begründet wurde. Eine historische Wende, die auf die tiefe Verwurzlung der Kirche mit der westlichen Welt verweise, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Die Kirche hat vorbehaltlos den in der westlichen Gesellschaft mühevoll durchgesetzten Standpunkt übernommen. Sicher, es bedurfte nicht erst des Urteils der laizistischen Gesellschaft, um Kindesmissbrauch als schwere Sünde anzuerkennen. Gleichwohl zieht die Kirche heute drastische Konsequenzen, weil das Urteil der Gesellschaft sich verändert hat. ... Somit hält das Christentum römischer Prägung die tiefe Verbindung mit der Zivilisation aufrecht, in der sie verwurzelt ist. Möglicherweise wird die Zukunft des Westens keine christliche sein, das Christentum bleibt jedoch weiterhin westlich geprägt."

Corriere della Sera - Italien | 31.07.2009

Ernesto Galli della Loggia über das 150. Jubiläum der Einheit Italiens

Die Debatte um die mangelnde Begeisterung der Politiker, das 150. Jubiläum der staatlichen Einheit Italiens 2011 gebührend zu feiern, geht weiter. Ernesto Galli della Loggia argumentiert in der liberalkonservativen Tageszeitung Corriere della Sera, dass die Schuld für das "vergessene Italien" bei der Führungsschicht liege: "Die Nationen sind eine komplexe Angelegenheit. Das Basismaterial zu ihrer Errichtung lieferte zum Großteil die Geschichte. Aber diejenigen, die sie [die Nationen] durch die Verleihung einer idealen und staatlichen Form lebendig machen, sind weder die einzelnen noch die Masse: es sind die politischen Klassen. Wenn der Komazustand, in dem die Feierlichkeiten der 150. Jahrfeier der italienischen Einheit dahinsiechen, etwas bedeutet, dann, dass den Politikern dieses Landes, sowohl den Rechten wie den Linken, die Einheit, und das heißt letztendlich Italien selbst, alles in allem irrelevant erscheint. ... Die große Mehrheit der Italiener weiß [aber] wie die Dinge stehen: weiß, dass es in den letzten anderthalb Jahrhunderten kein Instrument gegeben hat, das so sehr wie der Einheitsstaat, der Italien heißt, zu ihrer Freiheit, ihrem materiellen Fortschritt und der Bildung ihres zivilen Bewusstseins beigetragen hat."

Corriere della Sera - Italien | 25.06.2009

Pathologische Personalisierung der Politik

Die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera beklagt, dass die Personalisierung der Politik in Italien "pathologische Ausmaße" erreicht habe: "An die Stelle der Kulturen und der politischen Parteien ... ist das allgemeine Nichts getreten. Es sind nur noch die Personen, die (im wahrsten Sinne des Wortes!) nackten Personen, übrig geblieben. Unter diesem Gesichtspunkt ist [Regierungschef Silvio] Berlusconi weit davon entfernt, die Krankheit zu sein. Er ist nur das Symptom. ... In diesem italienischen Abdriften steckt eine Rückkehr zur Antike. Die Politik verflüchtigt sich, und wir sehen ein Italien wieder auftauchen, das wir hinter uns gelassen zu haben glaubten: ein Land in der Hand der Wenigen, von Oligarchien, die nur an der eigenen Macht interessiert sind. Ein Land im Abseits, das von der Welt abgeschnitten den Sinn eines gemeinsamen Schicksals verloren und weder Ambitionen noch Zukunftsprojekte hat. Ein Land, das sich selbst nicht schätzt, und unfähig scheint, etwas von sich selbst zu fordern. Ein Land, das durch die Leere der Politik etwas anderes hindurch schimmern lässt; etwas, das sehr einer Willensleere oder einer moralischen Leere ähnelt."

Corriere della Sera - Italien | 29.08.2007

Ernesto Galli della Loggia über italienisches Kino

Der Historiker Ernesto Galli della Loggia stellt die These auf, das italienische Kino stecke in einer Identitätskrise, die die Krise des Landes widerspiegele. "Das Kino hatte immer eine starke Bindung an die politisch-intellektuelle Klasse des Landes. Und so wurde es zu einem Resümee der Ideologien, die Italiens Geschichte im 20. Jahrhundert beeinflusst haben - des Faschismus, des sozialen Christentums und des Kommunismus von Gramsci... Das Kino war Ausdruck einer populistischen und antibürgerlichen Ideologie, deren Höhepunkt der Neorealismus war. Man findet ihn in der 'italienischen Komödie' oder im Kino von Pasolini oder Moretti... Die Krise dieses Modells war auch die Krise des italienischen Kinos. Im globalisierten Westen, der weder Volk noch Politik kennt, entdeckt es nun, wie schwer es ist, sich der Demokratie und menschlicheren Themen zu widmen... Das Kino braucht heute einen neuen Bezug zur Realität. Es sucht, so wie Italien auch, nach sich selbst."

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