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Bruckner, Pascal


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Soir - Belgien | 31.08.2007

Pascal Bruckner über die Fallen des Fanatismus

Der französische Philosoph Pascal Bruckner überlegt, wie sich Demokratien gegen Fanatismus wehren können. Militär und Polizei seien ein Mittel dazu. "Doch ihre Hauptwaffe bleibt die Milde ihrer Sitten und ihre intellektuelle Kraft: Man muss der Sehnsucht nach dem Sinnlosen Ironie, Unglauben und Widerlegungskraft entgegensetzen. Man muss den Kampf der Ideen überall führen, die Gemäßigten ermutigen, indem man die wenigen Selbstmörder isoliert, für einen rationalen Umgang mit Gefahr eintreten, ohne diese unter- oder überzubewerten, den arbeitslosen Jugendlichen einen Ausweg durch individuellen Erfolg, Wohlstand, Solidarität bieten... Die Ablehnung des gewalttätigen Obskurantismus bedeutet einen ewigen Sieg über uns selbst, über unsere eigene Feigheit und über unsere grundlegende Grausamkeit. Die Fanatiker stellen uns eine doppelte Todesfalle: Entweder wir geben ihnen nach oder wir gleichen uns ihnen an."

Perlentaucher - Deutschland | 24.01.2007

Pascal Bruckner über das Paradox des Multikulturalismus

In einem Essay antwortet der französische Philosoph Pascal Bruckner auf die Äußerungen von Ian Buruma und Timothy Garton Ash, die Ayaan Hirsi Ali vorwerfen, mit ihrer radikalen Kritik am Islam einen "Fundamentalismus der Aufklärung" zu betreiben. Bruckner vertritt die These, Multikulturalismus führe zu einem "Rassismus der Antirassisten": "Für den Multikulturalismus verfügt jede menschliche Gruppe über eine Einzigartigkeit und Legitimität, die ihr Existenzrecht begründen und ihr Verhältnis zu den anderen definieren. Die Kriterien von Recht und Unrecht, von Verbrechen und Barbarei treten zurück vor dem absoluten Kriterium des Respekts vor dem Anderen. Es gibt keine ewige Wahrheit mehr, der Glaube an sie entspringt einem naiven Ethnozentrismus... Nun ist es allerdings eine Sache, die Überzeugungen und Riten von Mitbürgern fremder Herkunft anzuerkennen, und eine ganz andere, inselartigen Gemeinschaften den Segen zu geben, die jede Kontamination durch das Fremde abwehren und Schutzwälle zwischen sich und der übrigen Gesellschaft errichten. Wie kann man eine Andersartigkeit akzeptieren, die die Menschen ausgrenzt, statt sie aufzunehmen? Hier stößt man auf das Paradoxon des Multikulturalismus: Er gewährt allen Gemeinschaften die gleiche Behandlung, nicht aber den Menschen, aus denen sie sich bilden, denn er verweigert ihnen die Freiheit, sich von ihren eigenen Traditionen loszusagen."

Le Figaro - Frankreich | 14.11.2006

Pascal Bruckner über das historische Gedächtnis Europas

Marie-Laure Germon und Stéphane Marchand moderieren ein Gespräch über das historische Gedächtnis zwischen dem französischen Philosophen Pascal Bruckner und dem Historiker Benjamin Stora. Für Bruckner "reicht es nicht, die Verbrechen der jüngeren Vergangenheit zu bereuen. Man muss sich für diese Verbrechen auch verantwortlich fühlen. Ich habe festgestellt, dass Europa lieber den bequemen Weg geht und Forderungen nach der Verantwortung für diese Gräueltaten verurteilt. Wir haben, um eine klassische Unterscheidung der Theologie wieder aufzugreifen, ein 'beruhigtes schlechtes Gewissen', was zur Untätigkeit führt. Europa kennt sich nicht mehr als Gegner, sondern nur noch als Partner. Europa würde sich gern auf Zehenspitzen aus dieser Geschichte schleichen. In so stürmischen Zeiten wie heute ist ein solches Verhalten selbstmörderisch. Man muss sich entscheiden: Buße oder Widerstand."

Le Monde - Frankreich | 04.10.2006

Die Redeker-Affäre und die Meinungsfreiheit

Die Tageszeitung veröffentlicht einen Aufruf zugunsten von Robert Redeker, der von rund 20 Prominenten, darunter Alain Finkielkraut und André Glucksmann unterzeichnet ist. "Eine handvoll Fanatiker hetzt gerade mit vermeintlichen religiösen Gesetzen, um – in unserem Land – unsere grundlegenden Freiheiten in Frage zu stellen. Diese Drohung gesellt sich zu dem Wispern, das hier und da in Europa zu hören ist, man solle von nun an 'Provokationen' vermeiden, um nicht fremde Empfindungen zu verletzen... Die Zeiten werden wieder hart in Europa, und daher ist jetzt Mut gefragt. Deshalb appellieren wir feierlich an die Regierung, nicht nur Robert Redeker und die Seinen weiterhin zu schützen, so wie sie es jetzt tut, sondern sich mit einer starken politischen Geste zu verpflichten, sich um sein materielles Wohlergehen so lange zu kümmern, wie er sich in Gefahr befindet. So wie es die englische Regierung für Rushdie getan hat."

Libération - Frankreich | 06.03.2006

Pascal Bruckner über die moralische Schwäche Europas

Der französische Schriftsteller Pascal Bruckner, der mittlerweile zu einem Neokonservativen geworden ist, schreibt über den Karikaturen-Streit: "Man hätte von Europa ein Minimum an Würde erwartet, eine edle Geste: dass es seine Botschafter zurück ruft, dass es vorläufig jede Hilfe für die Palästinenser einstellt, die unsere Diplomaten mit dem Tod bedrohen, dass es aufrührerische Imame ausweist, die die Wut anstacheln, indem sie die strittigen Zeichnungen überall verbreiten... Europa aber hat sich gebeugt: die Dänen, von allen fallen gelassen, haben sich in peinlichen Entschuldigungen verheddert; unsere Politiker haben die Rolle des Pontius Pilatus gegeben... Javier Solana, den man früher gegenüber den Serben eifriger erlebt hat, verwandelte sich gegenüber den arabischen Regierungen in einen Handelsreisenden in Sachen Sühne."

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