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Neff, Ondřej


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Lidové noviny - Tschechien | 28.01.2013

Antideutsche Ressentiments funktionieren immer

Zum Sieg des früheren linken Premiers Miloš Zeman über den konservativen Außenminister Karel Schwarzenberg hat wesentlich der amtierende Präsident Václav Klaus beigetragen, konstatiert die konservative Tageszeitung Lidové noviny. Denn der habe Schwarzenbergs Kritik an den Beneš-Dekreten populistisch ausgeschlachtet: "Klaus kennt seine Pappenheimer und weiß, was sich in Tschechien auszahlt. Misstrauen gegenüber Ausländern, und besonders die Antipathie gegenüber Deutschen, funktionieren so sicher wie der Nerv in einem löchrigen Zahn. Das Schreckgespenst Beneš-Dekrete, die Verbindung eines nicht existierenden sudetendeutschen Problems womit auch immer, mit dem Präsidentenamt oder dem Lissabon-Vertrag, entfalteten ihre Wirkung. Freilich, nach der Schlacht ist jeder General. Das Team von Karel Schwarzenberg hätte die Gefahr ahnen müssen. Es hätte ihm davon abraten müssen, in einer Debatte zu sagen, dass Beneš aus heutiger Sicht vor das Tribunal in Den Haag gehören würde. Vielleicht wäre die Wahl trotzdem ähnlich ausgegangen, aber dann nicht mit so einem deutlichen Vorsprung für Zeman."

Lidové noviny - Tschechien | 21.01.2011

Ondřej Neff über die unvollendete Geschichtsaufarbeitung in Tschechien

Der tschechische Hörfunk hat sich am Mittwoch den ganzen Tag über mit Verbrechen von Tschechen an Deutschen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg befasst. Damit werden zweifellos weiße Flecken gefüllt, lobt der Journalist und Schriftsteller Ondřej Neff in der konservativen Tageszeitung Lidové noviny, fügt aber hinzu: "Die grundsätzliche Debatte wird nicht geführt. In der muss die Frage beantwortet werden, ob wir froh sind, dass die Deutschen weg sind, egal ob wir in diesem Zusammenhang heuchlerisch von Abschiebung reden oder deutlicher von Vertreibung. Die Deutschen stellen seit 1945 nicht mehr einen bedeutenden Teil unserer Gesellschaft. Fehlen sie uns? Sind wir zu der Überlegung fähig, ob wir uns mit ihrer Vertreibung nicht selbst um Werte gebracht haben, um Impulse und Anregungen? Ich habe darauf keine eindeutige Antwort. Ich stelle nur nüchtern fest, dass wir diese Frage nicht stellen, dass sie nicht auf der Tagesordnung steht. Und wer weiß, ob wir zu dieser Debatte fähig sind."

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