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Navara, Luděk


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Mladá fronta dnes - Tschechien | 07.11.2014

Mauer-Gedenken auch für Tschechen wichtig

Der 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer sollte auch für die Tschechen Anlass zur Freude wie zur Besinnung sein, meint die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes: "Einen Kontinent in zwei Teile zu teilen, ist kompletter Unsinn. Die Berliner Mauer war gleich dreifach Unsinn: Sie teilte nicht nur einen Kontinent, sondern auch noch eine Stadt und eine Nation. Da hatten es die Ostdeutschen noch schlechter als die Tschechen. Andererseits hat das Leben hinter der Mauer und dem Eisernen Vorhang Ostdeutsche und Tschechen verbunden, half sogar ein bisschen, das Nachkriegsmisstrauen zu überwinden. Für die Toten an der Mauer wurde unter anderem auch der DDR-Spitzenmann [Staatsratsvorsitzender Egon] Krenz verurteilt. Wer ist eigentlich bei uns verurteilt worden für die Schüsse an der Grenze? Die Berliner Mauer war immer auch eine tschechische, slowakische und polnische Mauer. Wir sollten das jedes Mal vor Augen haben, wenn wir aus unserer Heimat irgendwo hinfahren, wo wir früher nicht hinkonnten."

Mladá fronta dnes - Tschechien | 18.09.2012

Deutsch-tschechische Versöhnung am Grab

Die sterblichen Überreste von 17 in den Nachkriegstagen in der damaligen Tschechoslowakei ermordeten Deutschen sind am Wochenende im tschechischen Jihlava beigesetzt worden. Die Polizei hatte sie über DNA-Analysen identifiziert, aber keinen der damaligen tschechischen Mörder mehr ausfindig machen können. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes würdigt die Beisetzung als humanen Akt: "Die Toten waren keine Soldaten, auch keine Kriegsverbrecher. Sie sprachen lediglich deutsch. Ihr Tod war gewöhnlicher Mord. ... Als der Sarg mit den Überresten der 17 Ermordeten in die Erde gelassen wurde, verfolgten das Dutzende Deutsche: Junge, Ältere, einige im Rollstuhl. Und zwischen ihnen einige Tschechen. Einige der Teilnehmer weinten. Für die Deutschen, die aus allen Ecken ihres Landes gekommen waren, war das ein wichtiges Ereignis. Die, die die Beerdigung ermöglichten, haben für die Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen mehr getan als Politiker oder Teilnehmer an Diskussionsforen."

Mladá fronta dnes - Tschechien | 18.08.2010

Luděk Navara über den Umgang mit tschechischen Verbrechen

In dem tschechischen Dorf Dobronin sind Anfang der Woche die sterblichen Überreste von vermutlich 15 nach Kriegsende getöteten Deutschen entdeckt worden. Solche Meldungen häufen sich in letzter Zeit und veranlassen den Kommentatoren Luděk Navara in der liberalen Tageszeitung Mladá fronta Dnes zu folgenden Überlegungen: "Noch lange nach dem Krieg witzelte man wenig witzig: 'Nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher'. 'Die Deutschen verursachten mehr Böses als die Tschechen', sagten viele. Nur, welche Deutsche? Und welche Tschechen? Unterteilt man in Gut und Böse? Waren nur die Deutschen schlecht? Und alle Tschechen gut? ... Die toten Deutschen wurden wahrscheinlich Opfer gewöhnlicher Rache, wie ihre Mitbürger aus Brno oder Usti. Damit das klar ist: Hier ging es um Mord. ... Es wäre gut, wenn wir wüssten, wie viele solche Gräber sich noch in Tschechien befinden. Das wäre wichtig für uns alle. Wir müssen die Geschichte kennenlernen, sie begreifen, uns mit ihr aussöhnen und mit ihr zu leben lernen. Auch das ist eine Art Gerechtigkeit. Und die schulden wir den Toten."

Mladá fronta dnes - Tschechien | 10.12.2009

Aufarbeitung des Kommunismus alternativlos

Das Institut zur Aufarbeitung des Totalitarismus in Tschechien sieht sich immer neuen Attacken ausgesetzt. Die Kommunisten fordern seine Auflösung, andere stören sich daran, dass das Institut die einstigen mutmaßlichen Täter beim Namen nennt, wie etwa Milan Kundera. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes verteidigt das Institut: "Das Problem ist nicht das Institut oder das Vorgehen der Historiker dort. Das Hauptproblem ist die Geschichte selbst, die von der Behörde untersucht wird. Jene schändliche, mitunter Abscheu erweckende Geschichte, die wir durchleben mussten und leider noch jetzt durchleben. Und die wir auch dann durchleben müssten, wenn es das Institut nicht gäbe. Tschechien ist ein Land, in dem man nichts geheim halten kann. Dokumente wie über Kundera würde in jedem Fall jemand finden und der Öffentlichkeit würden sie deshalb nicht entgehen."

Mladá fronta dnes - Tschechien | 30.07.2008

Aufarbeitung in Tschechien

In diesen Tagen sind die Akten der einstigen kommunistischen Militärspionage der Tschechoslowakei geöffnet und die Namen der dort Registrierten ins Internet gestellt worden. Unter anderem tauchen dort auch vier heutige Abgeordnete sowie hohe Militärs auf. Ob sie tatsächlich Spitzel waren oder vielmehr Opfer der Zuträger der Geheimpolizei, geht aus den Akten nicht hervor. "Dennoch sind die Informationen interessant", kommentiert die liberale Tageszeitung Mladá fronta DNES. "Nicht wegen der Namen. Eher, weil sie bestätigen, wie tief der Sumpf war, in den uns das kommunistische Regime geführt hat. ... Warten wir, bis die Abgeordneten des Parlaments alle Archive geöffnet haben, wie sie es uns versprochen haben. Das ist das beste, was man damit machen kann."

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