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Jelloun, Tahar Ben


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 05.09.2015

Aylans Tod lässt Assad kalt, schreibt Tahar Ben Jelloun

Das Bild des toten syrischen Flüchtlingskinds Aylan am Strand von Bodrum ist um die Welt gegangen und hat viele Menschen schockiert. Syriens Staatschef Baschar al-Assad hat das Kind auf dem Gewissen, klagt Tahar Ben Jelloun in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Der kleine, von den Wellen an den Strand gespülte Körper ruft das Bild des vietnamesischen Mädchens in Erinnerung, das nackt aus einer Napalm-Wolke floh. Es erinnert an das Schweigen vieler, an die Ohnmacht der Guten. Doch vor allem zeugt es vom Lauf der Welt: Es herrscht die Barbarei. Es wird gemordet, niedergemetzelt, das Blutvergießen gefilmt. Das syrische Volk ist von allen im Stich gelassen. Morgen wird einem anderen Volk dasselbe Schicksal widerfahren. So sieht die Zukunft der Welt aus. Einst glaubte man an die Solidarität, die Güte, die Menschlichkeit. All dies ist für immer vorbei. Wie schon viele andere Herrscher, die ihr eigenes Volk ermordet haben, sagt uns Baschar eiskalt ins Gesicht: entweder bleibe ich oder das Chaos bricht aus - ein Chaos, das von seinen Schergen inszeniert wird. So einfach ist das. Das Bild des toten Jungen am Strand wird ihn nachts heimsuchen. Doch da ihm jede Menschlichkeit fehlt, wird es ihn kalt lassen. Er wird nichts unternehmen, er wird ruhigen Gewissens schlafen bis zu dem Tag, an dem es kein syrisches Volk mehr in Syrien gibt."

La Repubblica - Italien | 25.06.2015

Für Tahar Ben Jelloun kapituliert der Westen vor der IS-Barbarei

Im Kampf gegen die IS-Terormiliz droht dem Westen der Untergang, warnt der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Die Welt büßt jetzt für die allzu vorsichtige Politik von Obama und Europa. Man hätte vom ersten Tag an in Syrien eingreifen müssen, als die Soldaten von Baschar al-Assad auf friedliche Demonstranten schossen. ... Doch man ließ ihn gewähren. Lieber ein Diktator wie Assad als ein islamisches Regime, beteuerten alle immer wieder. Assad ist noch immer an seinem Platz. Doch wir versinken mit oder ohne Assad im Chaos. ... Dabei sollten wir nicht vergessen, dass Assad und sein Freund und geheimer Ratgeber Putin das Phänomen der Extremisten des IS gefördert haben. Die kriminellen Dschihadisten rücken unaufhaltsam vor und verhöhnen die zivilisierte Welt. Warum erklären wir nicht gleich offiziell, dass es keine Großmacht mehr gibt, kein Recht und keine Gerechtigkeit mehr, dass die Barbarei gesiegt hat und dass wir uns ihrer Schreckensherrschaft unterwerfen müssen?"

La Repubblica - Italien | 29.08.2013

Vereinte Nationen sind sinnlos

Der UN-Sicherheitsrat hat am Mittwoch nicht offiziell über eine von Großbritannien vorgelegte Resolution beraten, die ein militärisches Eingreifen in den Konflikt erlauben sollte. Ein Armutszeugnis, entrüstet sich der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Die Ereignisse in Syrien zeigen, dass die Vereinten Nationen nutzlos sind. Unfähig, ein Machtwort zu sprechen. Nicht in der Lage, einem Verbrecher das Handwerk zu legen, der ein eisernes Herz bewiesen hat und sich niemals beugen wird. Die Völker der Welt müssen wissen, dass, wenn morgen ein Diktator entscheidet, Völkermord zu begehen, es nicht die Vereinten Nationen und auch nicht die Friedensnobelpreisträger sein werden, die ihnen zu Hilfe eilen. Sie werden abkratzen, denn es herrscht das Recht des Stärkeren. ... Während Amerikaner und Europäer sich fragen, ob es richtig ist einzugreifen oder nicht, verliert Baschar al-Assad keine Zeit mit ethischen Fragen. Er mordet mit jedem Mittel."

Le Monde - Frankreich | 21.09.2012

Blinder Eifer steht Demokratie im Weg

Dass ein Low-Budget-Film über den Propheten Mohammed in so vielen muslimisch geprägten Ländern eine Welle der Gewalt auslöst, liegt für den marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun an deren demokratischem Defizit. In der linksliberalen Tageszeitung Le Monde schreibt er: "Es gibt Tote und Verletzte, Schreie des Hasses und Brandschatzungen, ein großes Unverständnis und vor allem ein Bedürfnis nach Rache. Doch dass es so weit kommen kann, ist nicht überraschend, wenn man sich eingesteht, dass bestimmte islamische Staaten diese Leidenschaft anstacheln, anstatt den Schritt in die Gegenwart zu tun und die Demokratie zu fördern. Diese Leidenschaft hält die Bevölkerung vom Wichtigsten ab: vom Aufbau eines Rechtsstaats, der jedes einzelne Individuum schätzt. Und wenn das Individuum anerkannt wird, bedeutet dies den Bruch mit dem Klan, das Recht auf Freiheit und auf ein eigenes Bewusstsein und schließlich die Möglichkeit kritischer Reflexion. Und das können die islamischen Staaten nicht tolerieren."

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